Garne und Gewebe der Velener Textil GmbH verstärken Buchrücken und Antriebsriemen

2021-12-15 01:41:45 By : Mr. AKL Zhu

Alles hängt vom Thread ab

Die Kunden des Garn- und Stoffherstellers aus dem Münsterland vertrauen auf gleichbleibend hohe Qualität. Deshalb wird jeder Meter der zwölf Millionen produzierten Laufmeter akribisch kontrolliert, bevor er das Lager verlässt.

Velen. Die Schwingungen in der Weberei dringen in Knochen und Mark ein und lassen die Fußsohlen kribbeln. „Ich habe mich längst daran gewöhnt“, winkt Abdelgani Kortak und beobachtet, wie auf einem Luftdüsen-Webstuhl langsam ein weißer Stoff aus Kett- und Schussfaden gedreht wird.

Der 33-Jährige arbeitet im Zentrum der Velener Textil GmbH: der Weberei. Auf den Hightech-Luftwebmaschinen wird der Schussfaden bis zu 1.000 Mal pro Minute eingetragen, um am anderen Ende der Anlage vier Meter weiter schlagartig abgebremst zu werden.

Eine immense Belastung für die Baumwoll-, Polyester- oder Viskosegarne, aus denen das münsterländische Familienunternehmen jährlich 12,5 Millionen Laufmeter Stoff produziert. „Deshalb ist uns eine hohe Qualität so wichtig. Und das hängt von jedem einzelnen Faden ab“, sagt Geschäftsführer Ernst Grimmelt.

Der Velen-Rohstoff ist die Basis einer ganzen Reihe von technischen Textilien. Als beschichteter, textiler Träger findet es sich in Schleifmitteln und Antriebsriemen, verarbeitet in Arbeits- und Sicherheitskleidung und kommt in medizinischen Textilien zum Einsatz. „Viele haben uns sogar im Bücherregal“, grinst Grimmelt und zeigt auf die Webmaschine, die Textilmeister Kortak gerade einrichtet: „Das wird im Rücken gebundener Bücher verarbeitet.“

Doch die Arbeit des 1933 gegründeten Unternehmens endet nicht beim gewebten Rohstoff. „Wir packen ein Komplettpaket. Das fängt beim Garn an und endet beim fertigen Stoff“, sagt Grimmelt. Dafür entwickelt das 110-Mann-Unternehmen gemeinsam mit seinen Kunden neue Beschichtungen und Garneigenschaften und kümmert sich um die Konfektionierung und Qualitätskontrolle des Stoffes. Es geht immer darum, eine Rezeptur zu finden, die genau den vom Kunden gewünschten Eigenschaften entspricht – verbunden mit einer konstant hohen Qualität. Kein leichtes Unterfangen. Trotzdem: „Wir haben eine Null-Fehler-Mentalität“, versichert Grimmelt.

Nur 0,4 Prozent der Ware bestehen die kritische Prüfung durch Velen nicht und werden als zweite Wahl deklariert. Dies gilt für den Stoffbereich und für die hauseigene Baumwollspinnerei, in der das Garn aus konventioneller und Bio-Baumwolle für Heimtextilien, Bettwäsche und Frottierwäsche gesponnen wird.

Die akribische Prüfung umfasst auch Textilien, die von Lohnfertigern veredelt werden und dann wieder zurückkommen. Sie werden erst nach erneuter Prüfung in unserem eigenen Lager an den Kunden ausgeliefert. Es könnte also sein, dass Ute Naumann Stoffe zweimal unter die Lupe nimmt. Auf einem Inspektionstisch suchen Ihre Augen ständig nach Einschlüssen, Rissen oder Schmutz.

„Manchmal ist ein Doppelschussfaden eingewebt“, erklärt der 52-Jährige. Mit einem Picker entfernt sie den Faden senkrecht zur Laufrichtung. Das Verfahren hinterlässt ein paar Einstiche - ein paar Spritzer Wasser und sie sind weg.

„Wenn es Probleme gibt, sollten wir diese lieber für uns als für den Kunden sichtbar machen“, sagt Geschäftsführer Grimmelt. Dann können Sie früh genug gegensteuern. So sieht es auch Textilmeister Kortak. Er weicht nun der automatisch fahrenden Absaugung in der Weberei. Der "Schnorchel" sammelt lästigen Staub auf den Gängen. Kortak: "Es sollte nicht auf dem Taschentuch landen."

Qualitätssicherung im Detail!